|
Situation
und Problematik : Biotopschutz
: Artenschutz
: Jugendarbeit
: Öffentlichkeitsarbeit
: Gesellige
Veranstaltungen
1. Situation und Problematik (zurück
zum Seitenanfang)
Die Vielfalt unserer heimischen Pflanzen-
und Tierwelt ist nach wie vor rückläufig.
Landes- und bundesweit vorliegende „Rote Listen“ bestandsgefährdeter
Arten bestätigen, dass im Durchschnitt fast jede zweite Pflanzen-
und Tierart in ihrer Existenz bedroht ist.
Dieser Bedrohung entgegen zu wirken, ist Aufgabe aller Menschen, um des
Eigenwertes der Schöpfung willen, vor allen Dingen aber auch um des
Menschen selbst willen.
Die Erhaltung der Arten ist Voraussetzung u. a. für eine gesunde
Ernährung, eine naturverträgliche Schädlingsbekämpfung
sowie die Herstellung von Arzneimitteln. Außerdem stellen sie ein
unersetzliches Gen-Reservoir dar.
Der Rückgang der Arten wird vor allem durch die Zerstörung
ihrer Lebensräume verursacht.
Naturnahe Lebensräume gehen verloren durch

• Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung ( Intensivnutzung,
Aufgabe der Nutzung, Düngung der Magerstandorte, Trockenlegung von
Feuchtgebieten
uvm. )
• starke Ausweitung der Baugebiete
• Ausbau der Verkehrwege
• Entfernen von Hecken und Feldgehölzen
Artenschutz ist daher in erster Linie Biotopschutz.
2. Biotopschutz (zurück
zum Seitenanfang)
2.1 Bedeutung und Aufgabe des Biotopschutzes
Um die heimischen Arten zu erhalten und die Situation in
den Gemarkungen Meerholz und Hailer zu verbessern, ist es notwendig, die
noch intakten Bereiche unserer Landschaft zu sichern, zu optimieren und
neue Lebensräume zu schaffen.
Alle im Naturschutz Verantwortlichen sehen in einem Konzept zur Vernetzung
von Biotopen den Schlüssel, der dem Naturschutz flächendeckend
zu wirklichem Erfolgen verhelfen kann. Eine Aufgabe dieser Größenordnung
kann eine Naturschutzgruppe, wie wir sie darstellen, nicht alleine bewältigen.
Hierzu ist die Zusammenarbeit mit der Kommune, den Verbänden, den
Landwirten und den Bürgern notwendig.
1988 wurde deshalb mit der Stadt Gelnhausen ein Konzept erarbeitet und
teilweise bereits umgesetzt.
Das Konzept sieht vor:
• Erfassung einzelner Lebensräume,
• Aufwertende Massnahmen, wie Pflege, Ersatz- und Ergänzungspflanzungen,
• evtl. räumliche Vergrößerung der Biotope,
• Schaffung neuer Lebensräume,
• Verbindung ( Vernetzung ) der Biotope untereinander.
Folgende Biotoparten bzw. Maßnahmen sind geplant oder
wurden bereits verwirklicht:
• Anlage und Pflege von Feldgehölzen, Hecken, Waldrandbepflanzung,
• Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen
• Pflege von Acker- und Wegesrand,
• Spezielle Einsaaten ( Insekten- / Rebhuhnmischung ) auf Stillllegungsflächen
- Acker- und Grünlandextensivierungsmaßnahmen
- Anpflanzung von Solitärgehölzen
• Neuanlage und Pflege von Feuchtlandtrittsteinen, Tümpeln,
Flutmulden, Wassertaschen,
• Anlage von Schilfflächen.
Bisher konnten 19 neue Lebensräume geschaffen werden.
Die hierzu notwendigen Flächen sind entweder in Stadtbesitz, wurden
durch unsere Gruppe erworben oder langfristig angepachtet.
Die Planung der Biotope erfolgte durch den Biologen der
Stadt Gelnhausen, Finanzierung und Beschaffung des Pflanzgutes über
das Vernetzungsbudget der Stadt, Mittel des Landes Hessen und Gelder unsere
Gruppe.
2.2 Streuobstwiesen
Ein besondere Aufgabenschwerpunkt liegt in der Erhaltung
und Neuanlage von Streuobstwiesen. Die Basis für diese Aufgabenstellung
wurde im Jahre 1984 mit der Streuobstkartierung in unserer Gemarkung geschaffen.
Ein Obstbaum stellt von der Wurzel bis zur Krone ein unersetzliches und
einzigartiges Biotop dar, das im Laufe der Jahreszeiten den unterschiedlichsten
Tierarten Wohnung, Nahrung, Schutz und Rastplatz bietet. Außerdem
weisen Streuobstwiesen eine große Artenvielfalt auf, sind für
viele Tier- und Pflanzenarten letzte Rückzugsgebiete, schützen
den Boden vor Erosion, mildern extreme Klimalagen und liefern heimisches
Obst.

Von 1985 bis 1994 führte die Natur- und Vogelschutzgruppe
Meerholz-Hailer in Zusammenarbeit mit der Stadt Gelnhausen Verkaufsaktionen
für hochstämmige, heimische Obstbäume durch.
Auf diese Weise konnten bis heute im gesamten Stadtgebiet über 1500
hochstämmige Obst-
bäume verbilligt an private Grundstücksbesitzer abgegeben werden.
Von der Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer wurden
mehrere Streuobstwiesen auf eigenen bzw. von der Stadt Gelnhausen überlassenen
Flächen neu angelegt.
Große Bedeutung hat auch die Pflege und Erhaltung
der Obstbäume. Durch die Nach- bzw. Ersatzpflanzungen soll eine Verjüngung
des bereits vorhandenen Bestandes erreicht und Lücken geschlossen
werden. Regelmäßiger Obstbaumschnitt verhindert die Vergreisung
des Baumes, fördert den regelmäßigen Ertrag und sorgt
für gesundes Obst.
Die
regelmäßig angebotenen kostenlosen Schnittkurse sind immer
gut besucht. Hier wird sowohl der Sommer- als auch der Winterschnitt demonstriert
und eingeübt. Auch das Veredeln kann hier erlernt werden.
Außer dem Obstbaumschnitt ist die Information über
die biologische Schädlingsbekämpfung, Düngung, Sortenauswahl
und Standortfrage für einen gesunden Baumbestand von größter
Bedeutung. Auch diese Informationen werden von unsere Gruppe vermittelt.
Bei der Bewerbung um den Umweltpreis der Stadt Gelnhausen wurde unsere
Gruppe für eine Studie über den Lebensraum „Streuobstwiese“
sowie eine Dokumentation unserer Gruppe in diesem Bereich mit dem 1. Preis
ausgezeichnet.
2.3 Naturnaher Garten
Der Hausgarten war schon immer ein bedeutender Lebensraum für viele
Tierarten. Leider wird durch übertriebenen Reinlichkeits- und Ordnungssinn
sowie dem oft gedanken- oder bedenkenlosen Einsatz von Pestiziden das
Leben allen Arten schwer, wenn nicht gar unmöglich gemacht.
Unsere Gruppe will nun nicht die Aufgaben eines Gartenbauvereins
übernehmen; wir werben durch Vorträge und Exkursionen für
den naturnahen Garten, weil dieser für die Existenz unserer heimische
Pflanzen und Tiere die besten Lebensbedingungen schafft.
Gezielte Förderung von Nützlingen durch Nisthilfen
für Vögel und Insekten, das
Ansetzen eines Reisig- und Steinhaufens für Igel, Reptilien und Amphibien
sowie eine Feuchtstelle als Badeplatz und Tränke für die Tiere
des Gartens sorgen für ein gesundes Gleichgewicht.
In einer Ecke des Gartens sollten auch Wildblumen und so
genannte „Unkräuter“ wachsen dürfen. Von der Brennnessel
z.B. sind verschiedene Schmetterlingsraupen abhängig und von den
Blüten der Wildpflanzen leben Insekten, wie Bienen, Hummeln usw.
2.4 Pflegemaßnahmen
Sinn der Pflegemaßnahmen ist es, schützenswerte Biotope durch
geeignete Maßnahmen langfristig in der bestehenden Form und Funktion
zu erhalten oder sie dem gewünschten Zustand wieder zuzuführen.
Bleibt die Natur sich selbst überlassen, so kommt es meist zu unerwünschtem
Aufwuchs von Büschen und Bäumen. Verloren gehen dann aber die
Lebensgemeinschaften, die diese biologische Nische nutzten und die so
spezialisiert sind, dass sie nicht in andere Biotope ausweichen können.
Die Schwerpunkte der im Laufe des Jahres anfallenden Pflegemaßnahmen
sind:
• die Umsetzung der Pflegepläne für die Naturschutzgebiete
in unserer Gemarkung, (Tongruben von Hailer und Meerholz, NSG Sonnenberg
in Hailer),
• die Funktionserhaltung der Feuchtlandtrittsteine und der Teiche
(Entfernung des unerwünschten Weiden- und Erlenaufwuchses, Mähen
der Flutmulden),
• Auslichten und Zurückschneiden von Hecken, Feldgehölzen,
Kopfweiden,
• Entrümpelungs- und Säuberungsmaßnahmen,
• Pflege vereinseigener und gepachteter Grundstücke.

3. Artenschutz (zurück
zum Seitenanfang)
3.1 Vogelschutz
Die
Bereitstellung von Nisthilfen für Höhlenbrüter war die
eigentliche Aufgabe der Gruppe in den Anfangs-jahren und ist auch heute
noch eine Notwendigkeit, da natürliche Höhlen immer seltener
werden.
In den Gemarkungen Meerholz und Hailer unterhält unsere Gruppe etwa
1000 Nisthilfen für Meisen und Feldsperlinge in Wald- und Feldbereichen;
hinzu kommen noch Nisthilfen für Baumläufer, Wendehals, Hohltaube,
Eisvogel, sowie Wald- und Steinkauz.
25 Gebietsbetreuer sorgen für die jährliche Ermittlung
der Brutergebnisse sowie für Wartung und Pflege der Nisthilfen.
Im Ortsbereich wurden und werden künstliche Nisthilfen für Mehlschwalben
sowie Kotbretter zum Schutz der Hauswände vor Verschmutzungen –
auch bei natürlichen Nestern -montiert.
Auch die Schleiereule ist in Meerholz und Hailer mit mehreren Brutpaaren
vertreten. Für diese Vogelart waren und sind umfangreiche Hilfsmaßnahmen
nötig. So wurden in den verschiedenen Scheunen der Einflug- und Brutbereich
für diese Vogelart speziell ausgebaut sowie das Trafohaus in der
Bleichstraße in Hailer als Schleiereulennistplatz hergerichtet.
Den Hühnervögeln, wie Rebhuhn, Wachtel und Fasan
sollen spezielle Einsaaten in Stilllegungsflächen Deckung und Nahrung
bieten. Diese Einsaatflächen verteilen sich netzartig über den
gesamten Gemarkungsbereich und bieten besonders den Küken durch
ihren Blüten- und damit Insektenreichtum einen guten Start ins Leben.
Aber auch andere Tierarten, wie Feldhase, Feldlerche, Bienen, Hummeln
und Schmetterlinge finden in diesem Umfeld die Voraussetzungen zum Überleben,
In
Zusammenarbeit mit der Jagdgenossenschaft Hailer wurden Schilder angeschafft
und in der Gemarkung an stark frequentierten Wegen aufgestellt, wo Hundehalter
um Rücksicht auf die Tiere aufgefordert werden, ihre Lieblinge an
die Leine zu nehmen. Die ständige Beunruhigung durch frei laufende
Hunde führt bei den Wildtieren zu ständigem Stress.
Für den Wanderfalken, der in unserer Gemarkung in letzter Zeit wieder
heimisch geworden ist und der von einem Frevler vergiftet wurde, mussten
Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ein Zaun wurde angebracht und
das Brutrevier von Mitgliedern
unsere Gruppe während der Brutzeit überwacht.
In den Kinzigauen wurden von unserer Gruppe in Zusammenarbeit mit der
Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und
der Stadt Gelnhausen mehrere Feuchtlandtrittsteine angelegt. Sie dienen
Zugvögeln auf dem langen Flug von ihren Brut- in die Überwinterungsgebiete
– oder umgekehrt - als Nahrungs- und Rastmöglichkeit.
Auch von der heimischen Vogelwelt werden die Trittsteine gut angenommen.
In ihrer Umgebung brüten viele seltene Vogelarten wie Rohrammer,
Rohrsänger, Feldschwirl,
Nachtigall sowie das vom Aussterben bedrohte Braunkehlchen.

Rund
um die alte Eiche am Flugplatz in den Hailerer Auen wurde eine Ackerfläche
von einem heimischen Landwirt zur Verfügung gestellt, die nicht bzw.
mit Lücken eingesät werden soll. Hier kann dem Kiebitz neuer
Lebensraum angeboten werden. Gleichzeitig werden die Wurzeln der geschützten
Eiche geschont.
Im Winter 2000 wurde in den Auen von Hailer zwei Nistplattformen
für den Weißstorch errichtet. Die Masten wurden vom Fußballsportverein
Hailer
und die Plattformen von der HGON gesponsert. Viele kräftige Arme
wurden dann aber gebraucht, um den Pfahl und die Plattform zu montieren.
3.2 Fledermausschutz
Fledermäuse und Flughunde (Fledertiere) sind die einzigen aktiv fliegenden
Säugetiere und über die ganze Welt verbreitet. Vier der 22 bei
uns vorkommenden Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht, alle anderen
gelten als stark gefährdet. Durch die
Uniformierung der Landschaft und dem Einsatz
von Insektiziden kommt es zu Nahrungs-verknappungen und Vergiftungen.
Zum
anderen fehlt es den Fledermäusen durch Zuschütten von Felshöhlen,
Vernichtung von Altholzbeständen und fledermausfreundlichen Gebäuden
(Zugang zu frostsicheren Kellern) an geeigneten Kinderstuben und Winter-quartieren.
Fledermäuse sind aber für einen ausgeglichenen Naturhaushalt
sehr wichtig. Sie jagen nachts und stellen so die natürliche Schädlingsbekämpfung
nachtaktiver Insekten sicher.
Die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer nutzte gleich mehrfach
die Möglichkeit, etwas für diese bedrohte Tierart zu tun.
Im Sommer benötigen Fledermäuse Unterschlupfmöglichkeiten
für die Ruhe am Tag, gleichzeitig werden aber in diesen Quartieren
auch die Jungen geboren und groß gezogen.
Dachstühle, Wandverkleidungen, Baum-höhlen und Nistkästen
aller Art werden hierzu gerne angenommen. Spezielle Fledermauskästen
wurden an verschiedenen Stellen in der Gemarkung aufgehängt.
Für die Winterschlaf haltenden Tiere sind geeignete
Winterquartiere lebenswichtig. Sie sollten frostfrei sein und eine hohe
Luftfeuchtigkeit aufweisen.
1989 wurde das zerfallene Trafohaus in der Tongrube Meerholz für
den Artenschutz hergerichtet. Es soll Fledermäusen und anderen Tieren
Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Ebenfalls
angepachtet und ausgebaut wurde der Trafoturm am Schießhaus in Meerholz.
1990
kam durch Gebietstausch das ehemalige Munitionsdepot Goldhohle von Hailer
in den Besitz der Stadt Gelnhausen, die wiederum unserer Gruppe die Betreuung
des Areals übergab. In Abstimmung mit der Stadt Gelnhausen wurden
die Goldhohle renaturiert und die Bunker fledermausgerecht ausgebaut.
Aber nicht allein das Beschaffen von Wochenstuben, Schlaf- und Überwinterungsmöglich-keiten
kann den Fledermausbestand erhalten. Offene Wasserflächen zum Trinken
und Jagen
sowie blühende Pflanzen mit reichem Insektenleben als Nahrungsquelle
sind ebenso wichtig.
Für ihre Aktivitäten zum Fledermausschutz wurde
unsere Gruppe 1991 mit dem Umweltpreis der Stadt Gelnhausen ausgezeichnet.
3.3 Amphibien (Lurche)
Der Schutz unsere einheimischen Lurche ist ein wichtiges
Aufgabengebiet unsere Gruppe.
Von den in Hessen vorkommenden 17 Arten sind in unsere Gemarkung 12 Arten
vertreten.
Bei allen Arten ist der Bestand rückläufig.
In unserer Gemarkung befanden sich zu Beginn unserer Tätigkeit 2
Fließgewässer,
- Kinzig und Schandelbach - , 3 größere Weiher, - Schloßpark
in Meerholz, Tongrube von Hailer und Tongrube Meerholz – sowie 13
weitere kleine Tümpel.
Der
praktische Amphibienschutz begann mit Optimierungsmaßnahmen an den
Gewässern in Form von Entrümpelungen, Freischneiden der Ufer
und des unmittelbaren Umfeldes.
Dann wurden in den folgenden Jahren mehrere neue Lebensräume für
Amphibien geschaffen:
Fünf Feuchtlandtrittsteine in den Gemarkungsbereichen „Pfingstweide“
und „Obere Aue“ in Meerholz sowie „Münzebach“,
„Kinzigwiesen“ und „Elbertsaue“ in Hailer wurden
für den Vogel- und Amphibienschutz neu angelegt.
Weitere Feuchtbiotope entstanden „Im Erlich“ und in der „Goldhohle“
in Hailer sowie
„Am Kleinbahndamm“ und „Strutt“ in Meerholz..
30 sog. „Wassertaschen“ wurden in Zusammenarbeit
mit dem Forstamt und der Stadt Gelnhausen angelegt. Sie sollen bei starken
Regenfällen große Wassermengen aufnehmen, bieten aber gleichzeitig
dem Feuersalamander, Molchen, Gelbbauchunken, Grasfrosch und Erdkröte
Laichplätze.
Amphibienschutz heißt aber in erster Linie Biotopschutz,
Schutz der Lebensräume und Ökosysteme. Es gilt, deren weiterer
Zerstörung entgegen zu wirken.
3.4 Waldameisenschutz
Für viele Menschen sind Ameisen nur unangenehme Krabbeltiere,
die von uns eher geduldet als gern gesehen werden. Dabei sind sie ein
wichtiges Glied in der Nahrungskette und sind für den Wald sogar
unentbehrlich.
Die Hügel bauenden Waldameisen übernehmen besonders
wichtige Funktionen im Wald:
• Sie fungieren als Gesundheitspolizei und Hygienetruppe, die zusammen
mit anderen Helfern aus der Tier- und Pflanzenwelt den Wald gesund erhalten.
• Durch die Förderung des Honigtauangebots wir zahlreichen
Insekten eine Existenzgrundlage gegeben. Die Artenvielfalt wiederum stärkt
das ökologische Gleichgewicht des Waldes.
• Eine waldbedrohende Massenvermehrung von Schadinsekten wird verhindert.
In unserer Gemarkung leben zur Zeit 3 Kolonien der „Kahlrückigen
– oder Kleinen, Roten Waldameisen“ mit insgesamt 20 Nestern.
Als Mitglied der Deutschen Ameisenschutzwarte kümmert sich unsere
Gruppe auch fachgerecht um diese Tierart.
Die Ameisenhügel werden jährlich im Spätsommer
vermessen, kartiert und von Bewuchs, der die Nester zerstören könnte,
befreit. Außerdem werden stark beschattete Nester regelmäßig
frei geschnitten, weil sie Licht und Wärme benötigen.
Ameisenhügel, die aus Schutzgründen mit Schutzhauben versehen
wurden, müssen regelmäßig überprüft und die
Hauben bei Bedarf ausgebessert werden.
4. Jugendarbeit (zurück
zum Seitenanfang)
Ziel der Jugendarbeit der Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer
ist es, Kindern und Jugendlichen über Natur- und Umweltschutz Wissen
zu vermitteln – denn schützen kann man nur, was man auch kennt
- und sie an Arbeiten der Gruppe heran zu führen.

Zur Zeit sind etwa 50 Jugendliche in der Jugendgruppe aktiv.
Gruppenstunden sind alle 14 Tage jeweils Freitags und Samstags.In jedem
Jahr werden in den Wintermonaten bei Arbeiteinsätzen praktische Naturschutzarbeitgeleistet.
Die Jugendlichen pflanzen Bäume, legen Hecken an und helfen bei Pflegearbeiten.Es
werden Nisthilfen gebastelt und in einem bestimmten Gebiet die aufgehängten
Nistkästen betreut.

In den Sommermonaten wird ein bestimmtes Jahresthema erarbeitet. Jahresthemen
der letzten Jahre waren: „Die Auen um Hailer und Meerholz“,
„Lebensraum Hecken und Feldgehölze“, „Was lebt
in Teich und Tümpel“, „Ohne Wasser läuft nichts“,
„Lebensraum Streuobstwiese“ und andere.
Für die Ausarbeitung und Umsetzung dieser Themen in die Praxis wurde
die Jugendgruppe 3 x mit dem Umweltpreis der Stadt Gelnhausen, mit dem
Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises und dem 1. Hessischen Umweltpreis
ausgezeichnet.
Außerdem erhielt die Jugendgruppe einmal den Sven-Simon-Jahrespreis
und
zweimal den Sven-Simon-Monatspreis der BILD am SONNTAG.
Ganz eifrige Mitglieder der Jugendgruppe nehmen an der Wettbewerben „Jugend
forscht und Schüler experimentieren“ teil. Umfangreiches Wissen
wird hier erarbeitet und dokumentiert. In den letzten Jahren war unsere
Gruppe regelmäßig mit 3-4 Arbeiten vertreten. Viele Platzierungen
bei den Regional- und Landeswettbewerben konnten regelmäßig
errungen werden. Der größte Erfolg bisher war der 5. Platz
beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ 2000 durch die
Geschwister Ute und Martin
Runkel mit dem Thema: „Auswirkungen neuer Pflegekonzepte auf die
Vegetation des Halbtrockenstandortes NSG Sonnenberg-Weinberg in Hailer“.
Mehrmals bewarben sich Jugendliche unsere Gruppe beim Bundes-Umwelt-Wettbewerb.
Auch hier konnten neben Sonderpreisen auch ein 2.Platz mit dem Thema „Die
Ökologische Bedeutung der Goldhohle in Hailer“ errungen werden.
Preisträger waren hier Martina Bail, Kerstin Ahnert und Michaela
Eichhorn.
5. Öffentlichkeitsarbeit (zurück
zum Seitenanfang)
5.1 Informationsabende und Exkursionen
Schwerpunkte
der Öffentlichkeitsarbeit sind Informationsabende und Exkursionen.
Praktischer Naturschutz hat nur Erfolg, wenn man die Zusammenhänge
im Gefüge der Natur und die Ansprüche der einzelnen Arten an
ihren Lebensraum kennt und anerkennt.
Aus diesem Grund veranstaltet die Natur-
und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer in den Wintermonaten Informationsvorträge
im Vereinsheim, wo jeweils heimische Tiere und Pflanzen
mit ihren Lebensrhythmen, Verhaltensweisen und Biotopen vorgestellt werden.
Das gleiche Ziel, nämlich das Verständnis für
unsere Mitgeschöpfe und die Akzeptanz ihrer Bedürfnisse zu verbessern,
wird in den Sommermonaten durch Exkursionen und Wanderungen angestrebt.
5.2 Tag der Offenen Tür
Ein
weiterer wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist der „Tag
der offenen Tür“ im September eines jeden Jahres. Hier stellt
die Gruppe Ausschnitte ihrer Arbeit vor. Umfangreiche Ausstellungen zu
den jeweiligen Themen, Aktionen für die Jugend sowie eine Umwelt-Wandertour
mit naturkundlichen Fragen sollen weitere Informationen vermitteln.

„Tue Gutes und sprich darüber“, eine Abwandlung
des Bibelwortes, könnte als Motto über unserer Pressearbeit
stehen. Die Arbeit unserer Gruppe, das Wieso und Warum, kann nur erfolgreich
sein, wenn sie von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Nicht Eigenlob und Selbstdarstellungsbedürfnis erfordern eine umfangreiche
Öffentlichkeitsarbeit, sondern die Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten
für die Belange des Naturschutzes.
Unsere Mitbürger wollen schon wissen, warum da eine Hecke gepflanzt
und dort eine „auf Stock“ gesetzt wurde, warum dort ein Tümpel
angelegt, eine „Benjeshecke“ aufgeschichtet oder eine Streuobstwiese
gepflegt wurde.
6. Gesellige Veranstaltungen (zurück
zum Seitenanfang)
Seit
vielen Jahren veranstaltet die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer
am
30. April und 1. Mai rund um die Vogelschutzhütte ein gemütliches
Beisammensein.
Bei Blasmusik, Chorgesang und guter Verpflegung können hier frohe
Stunden verlebt werden.

Ein
weitere Höhepunkt im Vereinsleben ist der jährliche Ausflug,
der sich zumeist über
ein Wochenende erstreckt.
Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Hailerer und Meerholzer Vereine beteiligt
sich unsere Gruppe auch an der Ausrichtung der
Kerb in den beiden Stadtteilen.
|